Medienberichte

20 Minuten, 28 Juli 2015

Billig-Laser verbrennt die Haut statt das Tattoo

 

Dermatologen warnen vor Tattoo-Entfernungen bei unseriösen Anbietern. Eine 35-Jährige zeigt, was ein Billig-Laser bei ihr anrichtete.

 

Ärzte warnen vor unseriösen Laser-Studios, die Tattoo-Entfernung anbieten. Ein Dermatologe sagt: «Laserstudios besitzen oft nur ein einfaches, preisgünstiges und leistungsschwaches Modell, mit dem die Behandlungen viel länger dauern, viel schmerzhafter und viel teurer sind.»

Eine, die ihre Behandlung mittlerweile bereut, ist Martina S.* (35) aus der Region Chur. Sie liess sich als 18-Jährige drei Tätowierungen – zwei an den Beinen und eines am Dekolleté stechen. Einige Jahre danach wollte sie diese entfernen lassen und ging zu einem Tätowierer in ihrer Region. «Ich merkte ziemlich bald, dass ich seine erste Kundin war – quasi sein Versuchskaninchen.»

Das Entfernen der Tattoos habe ihr «brutale Schmerzen» bereitet, sagt Martina S. «Ich konnte nach der ersten Behandlung kaum laufen.» Sie habe Blasen an den Beinen gekriegt, am Dekolleté habe es gar geblutet. «Der Tätowierer meinte aber nur, dass das normal sei.»

 

Ausschlag an der Brust

Sie biss die Zähne zusammen und ging an die nächste Sitzung, holte sich zuvor aber eine Betäubungscreme bei einer Dermatologin. «Die war auch erschrocken, als sie die Verbrennungen sah.» Nach der zweiten Sitzung entwickelte sich zudem ein Ausschlag auf ihrer Brust.

Die Tattoos ganz entfernen konnte der Tätowierer nicht – vor Ende der Behandlung gab er Martina S. an, den Laser verkauft zu haben. Sie liess sich
deshalb auf der Brust eine neue Tätowierung stechen, um das alte Motiv zu überdecken.

Peter Itin, Chefarzt Dermatologie des Universitätsspitals Basel, sagt: «Laser bedeutet Energie, die in der Haut deponiert wird. Eine gewisse Rötung unmittelbar nach der Laserbehandlung ist normal.» Doch werde zu viel Energie in der Haut deponiert, könne es zu Verbrennungen und Narben kommen. Was Martina S. am eigenen Leib erfahren hat.

Facharzt Michael Radenhausen vom Laserzentrum Bern sagt allerdings: «Möglicherweise handelt es sich nur um eine akute Reaktion unmittelbar nach dem

Lasern eines Tattoos. Diese kann durchaus auch mit Blasen und transepidermaler aggressiver Ausschleusung von Pigment aus der Haut einhergehen.»

 

«Nur Ärzte sollten Laser bedienen»

Thomas Hebel, Facharzt für Dermatologie und Lasermedizin in St. Gallen, warnt vor unseriösen Anbietern. «Die Hersteller wollen einfach ihre Laser verkaufen und schulen das Studio-Personal intern. Das reicht niemals aus.»

Die Wunden von der Tattoo-Entfernung bei Martina S. sind einigermassen gut verheilt – an den Beinen sind noch kleine Narben sichtbar. Sie wünscht sich nur eins: «Ich finde, dass nur sehr gute ausgebildete Ärzte solche Laser bedienen sollten und nicht Leute, die einen zweitägigen Kurs besucht haben.»

 

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